Internationale Tag der indigenen Völker der Welt

Heute, am 9. August, ist der Internationale Tag der Indigenen Völker. In Kolumbien gibt es mehr als 100 verschiedene indigene Gemeinschaften. Jede von ihnen beherbergt einzigartiges Wissen der Vorfahren, eigene Sprachen und verschiedene Kosmovisionen. Sie lehren uns wie wir in Harmonie miteinander und mit anderen Wesen leben können. 

Schüler der Emberá-Schule auf dem Weg in die Gemeinde. Foto von Hermanas Madre Laura 2019

Der Chocó, ein Bundesland Kolumbiens, in dem das Klimabündnis seit 30 Jahren die dort lebenden Gemeinschaften unterstützt, wird von afrokolumbianischer, bäuerlicher und indigener Bevölkerung bewohnt.

Zu den Indigenen Gemeinschaften gehört das Volk der Emberá, das in einem Gebiet vom Pazifik bei Panama bis Ecuador lebt. Dieses Volk setzt sich aus mehr als 6 verschiedenen Gemeinschaften zusammen: Emberá Chamí, Emberá Katío, Meberá Dóvida, Emberá Eyávida, Eperara Siadipara... Das Gebiet wird auch von den Indigenen Waunaan bewohnt.

Eigene Gemeinschaften leben in den Gebirgsregionen an den Westhängen del Anden-Kordillere in Richtung Pazifik, andere in den Tiefen des Dschungels, wieder andere näher an der Pazifikküste. Jede hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Glauben, ihre eigenen Rituale und ihre eigenen Territorien. Sie sind das biokulturelle Gleichgewicht der Choco-Region.

Foto von Klimabündnis Chocó Team 2021
Mission Humanitäre 2021: Sozialpastoral, KBV, Diözese Quibdó. AIO - Gemeinde Emberá in Murindo. Foto von Klimabündnis Chocó Team 2021

Sie sind es auch, die unter dem bewaffeneten Konflikt, dem Streit um das Territorium zwischen den narko-paramilitärischen Gruppen, der ELN-Guerrilla, den verschiedenen illegalen bewaffneten Gruppen und der nationalen Armee zu leiden haben. Sie sind es, die durch die von diesen Konfliktakteuern verlegten Antipersonenminen ihr Leben verlieren oder verstümmelt werden. 

Es sind ihre Söhne und Töchter, die Opfer von Zwangsrekrutierung durch bewaffnete Gruppen, sexuellem Missbrauch, geschlechtsspezifischer Gewalt, Rassismus und Zwangsvertreibung werden. Sie sind die am stärksten von Armut betroffenen Gemeinschaften in Kolumbien.

Aber sie sind es auch, die friedlich für ihr Territorium kämpfen, für das Recht, in Frieden zu leben, für soziale Gerechtigkeit, für ihr Recht auf ihre eigene Weise zu leben und zu überleben.

Foto von Klimabündnis Vorarlberg Team 2019
Schülerinnen der Embera-Schule in Vigia del Fuerte beim "Friedenspfahl". Foto von Klimabündnis Vorarlberg 2019

Deshalb würdigen wir heute diese Frauen, Männer, Jugendlichen, Kinder, Grosseltern, und Jaibanas, die weiter darum kämpfen, in ihrem Land zu bleiben und ihre Kultur und ihre angestammte Lebensweise zu bewahren.

Als solidarische Partner werden wir weiterhin ihr Recht auf ein Leben in einer gesunden Umwelt, in einer der artenreichsten Regionen der Erde unterstützen. An diese Hüter*innen der Lebens: Danke für euren Widerstand und euer zur Verfügung gestelltes Wissen.

FÜR EINE WELT, IN DER VIELE WELTEN PLATZ HABEN!

Text von Carolina Osorio Rogelis

Koordinatorin Partnerschaft Voralberg-Chocó

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