Unsere neue Chocó-Koordinatorin

Die Kolumbianerin Carolina Osorio Rogelis ist seit Anfang des Jahres neue Koordinatorin unserer Chocó-Partnerschaft. Im Interview stellt sie sich vor!

Fotocredit: Kirstin Tödtling

Liebe Carolina, für das Klimabündnis Vorarlberg ist es eine Neuheit, dass die Koordination der Chocó-Partnerschaft von einer gebürtigen Kolumbianerin übernommen wird! Wie kam es dazu?

Hallo, ich bin Carolina Osorio Rogelis, eine kolumbianische Soziologin. Seit 2017 habe ich meinen Lebensmittelpunkt in Österreich. Bereits von Oktober 2018 bis Dezember 2020 unterstützte ich die Arbeit von Daniel Sperl als Projektassistentin des Klimabündnis Vorarlberg für unsere Partnerschaft im Chocó. Mit Jänner dieses Jahres übernahm ich die Position der Projektkoordination von Daniel.

Auch in der Vergangenheit hast du dich bereits intensiv für die Zielgruppen von Klimabündnis in deiner Heimat engagiert. Was genau waren deine Tätigkeiten?

Seit über 15 Jahren bin ich in Prozesse zur Unterstützung von indigenen und bäuerlichen Gemeinschaften in Kolumbien involviert. Meine Arbeitsbereiche umfassten dabei Themen wie Nachhaltige Entwicklung, die Verteidigung der ethnischen Territorien sowie den Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnologien. Als Soziologin habe ich an Studien zur Analyse von Umwelteinflüssen in verschiedenen nationalen Territorien teilgenommen. Dies ebnete mir den Weg zur nationalen Behörde für Umweltlizenzen der kolumbianischen Regierung, bei der ich als Gutachterin der sozio-ökologischen Verträglichkeit von Projekten auf nationaler Ebene tätig wurde. Anschließend arbeitete ich bei der Nationalen Planungsabteilung als Beraterin zur Formulierung der öffentlichen Politik für ländliche Entwicklung mit einem Fokus auf Familienlandwirtschaft, Frauen und Jugend sowie alternative Ökonomien am Land.

Das ist eine beeindruckende Laufbahn! Du scheinst die Situation in den ländlichen Regionen deines Heimatlandes also sehr gut zu kennen. Inwieweit bist du mit den großen gesellschaftlichen und ökologischen Herausforderungen dieser Zeit auch in abgelegenen Regionen wie dem Chocó vertraut?

Im Zuge meiner unterschiedlichen Engagements konnte ich einen großen Teil Kolumbiens bereisen. Aus erster Hand lernte ich die sozialen, kulturellen, politischen und ökologischen Bedingungen, unter denen die Bewohner*innen in den verschiedenen Gebieten leben kennen. Auch mit der großartigen, biokulturellen Vielfalt des Landes wurde ich vertraut. Und ich wurde auch Teil eines Netzwerkes von Organisationen zur Unterstützung des Friedensprozesses in Kolumbien. Den Chocó selbst habe ich seit 2017 bereits 3 Mal bereist und dabei auch alle Partnerorganisationen des Klimabündnis Vorarlberg kennengelernt.

Diese vielfältigen Erfahrungen haben es dir ermöglicht, deinen Einsatz für Kolumbien von deiner neuen Heimat Österreich aus weiterzuführen. Was bedeutet dies für dich?

Als Mitarbeiterin im Klimabündnis Vorarlberg darf ich nun die Entwicklung indigener, afro-kolumbianischer und bäuerlicher Gemeinschaften in der biogeografischen Chocó-Region unterstützen, im Einklang mit deren Lebensphilosophie “El Buen Vivir”. Dafür bin ich sehr dankbar.

Was wünscht du dir für die kommenden Jahren in Vorarlberg? Wie möchtest du die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsgemeinden gestalten?

Für diese neue Aufgabe hoffe ich auf die Unterstützung von allen Verantwortlichen in den Gemeinden, als Verbündete und Unterstützer*innen des Klimabündnis, mit dem gemeinsamen Interesse, eine der artenreichsten Regionen der Welt zu schützen - einen Schatz der Menschheit, der gefährdet ist und der durch seinen noch großteils unberührten Regenwald eine Schlüsselrolle in der globalen Strategie gegen den Klimawandel spielt. Ich bin sehr offen für den Austausch von Wissen, Anliegen, Strategien und Ideen. Jeder Beitrag zur Sorge um unser gemeinsames Haus sowie im Sinne unseres Mottos Global denken - Lokal handeln! ist willkommen und ich freue mich über zahlreiche Rückmeldungen für ein erstes Kennenlernen!

Hast du einen persönlichen Leitspruch?

"Viele kleine Leute, an kleinen Orten, die kleine Dinge tun, können die Welt verändern." - das ist ein Zitat des lateinamerikanischen Schriftstellers Eduardo Galeano, das mir für die Arbeit im Klimabündnis sehr passend erscheint!

Danke für das Interview!

Danke auch und ich freue mich auf die Zusammenarbeit!

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