Unsere SDG-BotschafterInnen stellen sich vor

10 SDG-BotschafterInnen über ihre Visionen, Ziele und Aktivitäten.

„Wir können die erste Generation sein, der es gelingt, die Armut zu beseitigen, ebenso wie wir die letzte sein könnten, die die Chance hat, unseren Planeten zu retten.“ Diese Aussage des ehemaligen Generalsekretärs der Vereinten Nationen bringt es auf den Punkt, dass es höchste Zeit war und immer noch ist, vereint auf internationaler Ebene einen nachhaltigen Entwicklungsweg zu bestreiten. Dafür wurde im Jahr 2015 im größten Planungsprozess in der Geschichte der UN die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung gestartet. Das Kernstück bildet ein ehrgeiziger Katalog mit 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs).
Diese nachhaltigen Entwicklungsziele, die uns skizzieren welche zukunftsfähigen Maßnahmen es benötige, sind leider immer noch nicht in der breiten Öffentlichkeit angekommen. Es gilt diesen Zielen die Komplexität zu nehmen und die Vision mithilfe von lokal, regional und national gut vernetzten Personen auf das eigene Lebensumfeld herunterzubrechen und somit Teil des Alltags werden zu lassen.   
Wir haben nach diesen Personen gesucht und wurden fündig.

Hier stellen wir Ihnen unsere SDG-BotschafterInnen vor:

Margareta Dorn-Hayden

Seit 2010 Gemeinderätin bzw.Umweltgemeinderätin, seit 2015 geschäftsführende Gemeinderätin und Leiterin des Umweltressorts sowie aktive Mitgestalterin in diversen Ausschüssen und Arbeitskreisen in Böheimkirchen.

„Weil ich gesehen habe, dass man in unserem Lebensraum  sehr viel gestalten und verwirklichen kann, und ich darin eine große Verantwortung für die Zukunft sehe. Das Netzwerk des Lebens, das Netzwerk der Natur - alle damit verbundene Ziele haben die  SDGs einzigartig und übersichtlich zusammengefasst. Regionale und biologische erzeugte Nahrungsmittel und Vermarktung haben wir in unserer Gemeinde im Naturkostladen "La Natura" in vorbildlicher Weise verwirklicht und dafür 2019 einen SDG Nachhaltigkeitspreis gewonnen.“

In nur einer Generation, in MEINER Generation - ist so wahnsinnig viel von der Schöpfung ausgerottet worden und haben dem Flächenraub, Versiegelung, Regulierung, Verkehr, Gift, Plastik, Ausbeutung, Armut und Entwurzelung Platz gemacht.
In nur einer Generation, in MEINER Generation - ist auch unglaublich viel Wissen um die Natur, die Biodiversität verloren gegangen - über unsere Lebensadern, die Flüsse, die Meere, die Urwälder, Artenvielfalt, die Bienen, Vögel etc.
In nur einer Generation, in MEINER Generation - haben wir verlernt, sich selber zu ernähren, Essbäume und Kultur-Pflanzen zu erkennen, anzubauen, zu ernten, zu verarbeiten und uns damit von der Nahrungsindustrie und Großkonzernen und der Massentierhaltung abhängig gemacht.
In nur einer Generation sind wir dabei, auch das Weltklima zu zerstören.
Daher werde ich mich weiterhin für nachhaltigen und kleinräumigen Klimaschutz  einsetzen,  dies umfasst alle Bereiche des täglichen Lebens und beginnt bei jedem einzelnen, und in jeder Gemeinde - das ist mein Antrieb! Man kann sehr viel tun - und wir stehen trotz vieler Initiativen noch am Anfang!“


Dr. Heinz Fuchsig

Arbeits- und Umweltmediziner und befasst sich seit fast 30 Jahren mit der Prävention in der Praxis.

„Mit den SDGs habe ich mich auch bei der Gestaltung meines Mietshauses auseinandergesetzt, wobei nicht nur das Ziel 11 betroffen ist. Natürlich habe ich dabei auch Fehler gemacht und noch viel Luft nach oben!
Geehrt hat mich die Bitte der Medizinischen Universität Innsbruck, für das UniNEtZ Sprecher für das Subtarget 4 „prevention non-communicable diseases (also nicht COVID); körperlichem und psychischem Wohlbefinden“ des Ziels 3 Gesundheit zu werden.“

„Gesundheit ist mit Lebensfreude verbunden, mit Leistung, mit Beziehungsfähigkeit. Gesundheit ist auch über die Auswirkung teures Gesundheitswesen– wir haben 40 Mrd. € Ausgaben pro jahr für die Krankenbehandlung – aber auch über die Mitbestimmung des Pensionsantrittsalters ein Risikofaktor, aber auch ein positiver Faktor für den Staat. Und über die Gesundheit der Luft, unsere Atmosphäre und letztlich aller Naturkreisläufe sind wir mit der Gesundheit aller Menschen auf der Welt verbunden. Wir können Gesundheit als Potential sehen, als schöpferische Quelle der Freude und des Wirtschaftens – oder nur als Kostenfaktor- aber das wird dem nicht gerecht. Über all diese Punkte ist das SDG 3 mit den anderen SDGs verbunden.“

Dipl. Ing. Franziska Kunyik

Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Umwelt- und Energiewirtschaft, Sachgebiet Umweltprojekte, Globale Aspekte

„Das Land Niederösterreich hat im Umweltbereich eine langjährige Erfahrung mit dem Thema Nachhaltigkeit, ob im Beschaffungswesen oder in Ansätzen zur Kreislaufwirtschaft. Das Motto „Global denken, lokal handeln“ erfährt durch die SDGs ein Revival, denn es drückt den einfachen Zugang zur globalen Agenda aus. Um den neuen Denkansatz der SDGs im realen Leben einzubinden, wurde die Initiative „17 und wir“ gemeinsam mit Partnerorganisationen, die globale Aspekte im Programm haben, ins Leben gerufen. So versuchen wir einerseits über das Klima- und Energieprogramm die SDGs in den verschiedensten Sektoren auf Landesebene zu kommunizieren, und andererseits mit „17undwir“ auch Gemeinden, Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Initiativen zu erreichen. „17undwir“ zeigt, dass jede und jeder etwas zur Erreichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen kann, und die Beispiele zeigen, dass es in allen Organisationsformen möglich ist, sich danach auszurichten.“ www.17undwir.at

„So wie die Ziele der SDGs unteilbar sind, zeigen sie, wie vernetzt das Funktionieren unserer Gesellschaft ist. Ähnlich wie in einer pandemischen Krise, muss die Entwicklung in eine nachhaltige Gestaltung sowohl regional aber auch in den globalen Zusammenhängen gedacht und umgesetzt werden. Und die wirklich guten Lösungen finden sich nur im Miteinander und im gemeinsamen Denken und Gestalten unserer Um-und Mitwelt. Ob das Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft, Energiewirtschaft, Raumordnung, Bildungswesen oder Konsumverhalten sind, sie beschäftigen das Klima UND die nachhaltige Entwicklung Niederösterreichs. Im Klima-und Energieprogramm haben wir vorgezeigt, wie interdisziplinäre Ansätze funktionieren. Die SDGs werden die Meisterklasse sein.“

Jürgen Uitz

Stadtamtsdirektor der Gemeinde Litschau

„Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sind deshalb so erstrebenswert, weil damit eine nachhaltige Entwicklung unserer Menschheit und ein wesentlicher Beitrag zum weltweiten Klimaschutz und damit schlussendlich auch zum Schutz unseres einmaligen und unersetzbaren Planeten erreicht werden. Da solch große Ziele nur erreicht werden können, wenn man im Kleinen anfängt, ist es mir ein persönliches Anliegen, mit vielen kleinen Maßnahmen, die ich entweder im eigenen Privatleben oder im Namen einer Organisation in meinen jeweiligen Arbeitsbereichen umsetzen darf, zu diesen Zielen beizutragen. Ob dies beim eigenen Hausbau der Fall ist, bei der Sanierung des Musikheims des Heimatortes oder in der Funktion als Stadtamtsdirektor und Energiebeauftragter der Stadtgemeinde Litschau: Es gibt viele Möglichkeiten, sich für diese Ziele einzusetzen und zu engagieren, und das mache ich gerne.
Die Stadtgemeinde Litschau hat sich mit dem selbst auferlegten „Energiekonzept Litschau“ einen Wegweiser konzipiert, der in einer naturverbundenen Region die Richtung einer modernen Energiepolitik vorgibt. Welche Stadt inmitten einer atemberaubenden Landschaft könnte besser geeignet sein, als Klimabündnis-Gemeinde eine Vorbildfunktion zu übernehmen, um in der heutigen Zeit rasanter Technologiefortschritte und einer Vielzahl an Auswahlmöglichkeiten für Maßnahmen zum Energie-Sparen, Energie-Nutzen und Energie-Erzeugen nicht nur Vorreiter zu sein, sondern auch aufzuzeigen, dass ein nachhaltiger Energiehaushalt kein Wunschdenken, sondern machbare Realität sein kann. Gerade auf Gemeindeebene kann aber darüber hinaus für alle 17 Ziele eine Unzahl an kleinen und großen Beiträgen geleistet werden, da in allen Bereichen des Lebens - mal mehr, mal weniger - auch die Gemeindeverwaltung eine Rolle spielt.“

Karin Juriga

e5 Koordinatorin; Umwelt und Abfall Beraterin in Wals Siezenheim; Hat schon Vorträge in Schulen gehalten und engagiert sich auch im Privatbereich zu ökologierelevanten Themen

„Mit den SDGs habe ich mich aus rein persönlichem Interesse auseinandergesetzt, die Webseiten durchforstet, das Lehrmaterial heruntergeladen und immer wieder mal in einem Vortrag (aber da ab dem Alter ab 16 Jahren) darauf hingewiesen. 2019 habe ich dann Vorträge mit Jugendlichen gänzlich unter dieses Thema gestellt. Dabei konnte ich beobachten, dass die Jugendlichen zu Beginn das Thema abstrakt fanden, wenn ich dann aber konkret Bezug zu ihrem Leben, zu ihrer Gemeinde nehme, dann stieß es auf großes Interesse.“

„Das Besondere an den SDGs ist, dass sie alle Menschen und Institutionen gleichermaßen in die Verantwortung für die Zukunft nehmen. Das Positive daran ist, dass die Ziele auch wirklich in kleinen Schritten erreichbar sind. Somit kann sich ein Jugendlicher im Ort genauso eingliedern wie ein großer Industriekonzern. Als Gemeinde sind wir schon seit 20 Jahren Mitglied beim Klimabündnis und beim e5-Programm - also passen die SDGs wunderbar, um das eine oder andere Projekt konkreter anzugehen und eben einem bestimmten Ziel zuzuordnen.“

Mike Schedlberger

Tätig bei: Freies Radio B138; Ausgebildeter Elektotechniker - Spezialgebiet Hochfrequenztechnik; Industriekletterer; Upcycling Holzhändler; Radiopionier und Medienaktivist; Foodcoop Mitbegründer;  Offenes Kulturhaus 16A Gründer      

„Meine erste Berührung mit dem Nachhaltigkeitsthema waren neben meinen vielen Reisen zwei Fortbildungen mit Wolfgang Pekney von footprint.at. Ein weiterer Milestone war ein persönliches Gespräch mit Ban Ki Moon über die Rolle der SDGs zu einer nachhaltigen Entwicklung unseres Planeten. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Workshops engagiere ich mich nun seit Jahren für die Umsetzung der SDGs. Hier eine kleine Kostprobe.“

„Don´t leave anybody behind! Jeder zählt und ist wichtig für die Entwicklung dieser Welt! Dieser Leitsatz ist auch Teil meiner täglichen Arbeit im freien Mediensektor Österreich. Wo es heißt, jeder hat eine Stimme und etwas zu sagen! Mein wichtigster Ansatz bei den SDGs ist das globale Lernen unter Ziel 4 und das Erfassen der globalen Dimension unseres täglichen Lebens und unseres Lebensstils.“

Dipl. Ing. Bernhard Haas

Umweltgemeinderat der Gemeinde Gablitz; Biosphärenparkbotschafter; Wirkt mit bei www.gemeinde21.at; Absolvent der Lehrgänge zum kommunalen Klimaschutzbeauftragten und Bodenschutzbeauftragten

„Die Dörfer, Städte und Gemeinden leisten im Kleinen wesentliche Beiträge zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele der Agenda2030 siehe auch www.agenda2030.at. Mir persönlich ist es ein großes Anliegen in meinen verschiedenen Rollen als Gemeinderat, Vereinsaktivist oder auch im privaten Bereich immer wieder auf das "große Ganze" aufmerksam zu machen. Dazu finde ich die nachhaltigen Entwicklungsziele als sehr hilfreich. Zentral ist aber unser konkretes alltägliches Handeln: wie bewegen wir uns fort, womit heizen wir unsere gut gedämmten Häuser, welche Produkte kaufen wir fair, regional und bio? Ein "gutes Leben für alle" ist dafür mein Ansporn und gemeinsam werden wir es auch erreichen!“

Mag. Michael Müllneritsch

Geschäftsführender Gesellschafter der Aracuba GmbH, einer internationalen Unternehmensberatung und Thinktank. In dieser Funktion ist er hauptverantwortlich für die nachhaltige Strategieberatung und das Startup Coaching. Wissenstransfer und der Aufbau von nachhaltigen Netzwerken stehen hierbei im Fokus.

„Die SDGs stellen für mich eine einzigartige Möglichkeit dar, gemeinsam mit tollen Menschenweltweit unsere gemeinsame Zukunft aktiv mitzugestalten. Dadurch können wir sie für uns und nachfolgende Generationen nachhaltiger und damit noch schöner und lebenswerter machen!“

Danja Mlinaritsch

Geschäftsführerin der LEADER Region Kamptal, einem Verein der 27 Gemeinden im östlichen Waldviertel bei der Projektentwicklung und Umsetzung unterstützt.

„LEADER, das ist zum einen eine Methode um möglichst bürgernah Projekte zu entwickeln und zum anderen Fördermittel, die die Umsetzung erleichtern. Ein wichtiges Kriterium bei der Projektauswahl ist die Wirkung und Nachhaltigkeit in und für die Region. Dazu braucht es einerseits Themenfelder, die von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht sind und andererseits messbare Größen. Die SDGs sind eine Möglichkeit die regionale Entwicklungs- und Projektarbeit in kleinere Themenbereiche zu untergliedern und dafür konkrete Ziele und Outputs festzulegen.“

Manfred Zöttl

Geschäftsführer vom Abfallentsorgungsverband Kufstein; Abfallberater in Kufstein; Unterricht von Schülern im Bezirk Kufstein; Abfallbeauftragter in Kufstein; Abfallrechtlicher Geschäftsführer in Kufstein; Klimabeauftragter Bezirk Kufstein

„Jeder Bürger und jede Bürgerin soll und kann etwas für den Klimaschutz tun. Es muss nicht immer das E-Auto sein, manche Autofahrten kann man auch einsparen, wenn man die Vorteile der öffentlichen Verkehrsmittel nutzt. Ein wichtiger Beitrag ist regional einkaufen zu gehen, denn regionale Produkte reduzieren unseren ökologischen Fußabdruck. Außerdem müssen wir unbedingt Kunstverpackungen reduzieren – es gibt beispielsweise schon genügend Alternativen zum Plastiksackerl. Mit dem Tausch alter ineffizienter Ölheizungen, der vom Land und Bund gefördert wird, wäre auch ein weiterer wichtiger Schritt getan. Mit mehr Grünflächen in den Gemeinden oder einem Stück Blumenwiese im eigenen Garten könnten wir alle etwas für eine kühlere Umgebung und die Artenvielfalt machen. Abgerundet durch eine optimalen Mülltrennung, die es uns ermöglicht alle Rohstoffe sinnvoll verwerten zu können, kann jede und jeder einzelne einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigeren Umwelt und zu einem erfolgreichen Klimaschutz beitragen – Mit der richtigen Bildung und Beratung kann und soll das schon im Kindesalter beginnen.“

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