Carretera Quibdó-Medellín

Die Carretera Quibdó-Medellín ist in dem infrastrukturell noch kaum erschlossenen Departamento Chocó die wichtigste Straßenverbindung. Nichts desto trotz hat diese stellenweise immer noch den Zustand einer ruppigen Offroad-Piste. Böse Zungen behaupten, dass die Straße von der Regierung bereits 5 mal zur Gänze budgetiert wurde, das Geld jedoch immer vorzeitig "ausging". Aktuell finden in einzelnen Abschnitten Bauarbeiten zu Verbesserung des Zustands statt.
Die Straße ist der wichtigste Wirtschaftsweg aus dem Chocó ins kolumbianische Landesinnere. Auch von der indigenen Bevölkerung die ihre Ansiedlungen entlang der Carretera hat werden die Möglichkeiten dieser Fernverbindung inzwischen rege genutzt.

Das indigene Dorf El Dieciocho entlang der Carretera (Foto: KBV)

Entlang der Straßenverbindung von Quibdó nach Medellín befinden sich mehrere indigene Gemeinden der Ethnien Emberá, Katío und Chamí. Manche davon direkt neben der Straße, andere wiederum 2-3 Stunden Fußmarsch von dieser entfernt. Namentlich heißen diese: Sabaleta, El Dieciocho, El Lamento, Ovejas, El Consuelo, Río Playa, Mambual, Matecaña, Toldas, El Fiera, La Puria und La Cristalina.

Da die Bewohner schon seit vielen Jahrzehnten unter dem Einfluss der Kolonisatoren stehen, haben manche davon mit der landwirtschaftlichen Kultivierung von Mais, Bananen oder Zuckerrohr begonnen. Viele der Menschen verdienen sich ihr Grundeinkommen als Erntearbeiter, oder mit der traditionellen Goldschürferei in den Flüssen. Durch die jahrelange Präsenz diverser krimineller Gruppen (Guerrilla, Paramilitär, etc.) gibt es praktisch in sämtlichen indigenen Ansiedlung Geschichten von Vertreibungen und Morden zu bedauern.

Politisch gesehen, gehören die indigenen Ansiedelungen entlang der Carretera zur Gemeinde El Carmen de Atrato.


letzte Aktualisierung: 07.04.2015

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