El Carmen de Atrato

In einer milden Klimazone zwischen dem tropischen Tiefland und der westlichen Andenkette befindet sich das idyllisch gelegene Dorf El Carmen de Atrato. Oberhalb des Ortes entspingt mit dem Rio Atrato der wichtigste Fluss des Departamentos, welcher sich nach einer "Reise" von etwa 750 Kilometern durch den Chocó ins karibische Meer ergießt.

El Carmen de Atrato (Foto: KBV)

El Carmen de Atrato wurde im Jahre 1874 von einer Gruppe Kolonisatoren aus dem heutigen Nachbar-Departamento Antioquia gegründet, welche auf der Suche nach Kautschuk und Schätzen indigener Bewohner waren. Über die Jahre kamen immer mehr Besiedler aus Antioquia in die Gegend nachgezogen, weshalb die Bevölkerung des Ortes heute großteils aus Mestizen besteht. Daneben lebt auch eine afrokolumbianische Minderheit im Ort. Ca. 10% der im Gemeindegebiet ansässigen Bevölkerung sind Indigene der Ethnien Emberá, Katío und Chamí. Ihre Ansiedlungen befinden sich vorrangig entlang diverser Flussläufe, einige davon am wichtigsten Fluss der Gemeinde, dem namensgebenden Río Atrato. Dem Atrato-Flusstal folgend verläuft auch die wichtigste Strassenverbindung des gesamten Chocó - die Carretera Quibdó-Medellín. Das Ortszentrum von El Carmen de Atrato befindet sich 2 km abseits dieser Strasse und etwa auf halber Strecke zwischen den beiden Städten Quibdó (111 km) und Medellín (123 km).

Die im Gemeindewappen abgebildeten Rohstoffe Kaffee und Kupfer sind zwei wichtige Grundlagen der lokalen Wirtschaft. Schließlich liegt El Carmen de Atrato in einer traditionellen Kaffeeanbauzone an den Westhängen der Cordillera Occidental. Außerdem befindet sich wenige Kilometer oberhalb des Ortes die bisher einzige kommerziell genutzte Kupfermine Kolumbiens „El Roble“. Im Jahre 2014 wurden dort von einem kanadischen Bergbauunternehmen täglich ca. 400 Tonnen Gesteinsmaterial abgebaut.

Seniorenheim von El Carmen de Atrato (Foto: KBV)

Gleichzeitig stehen diese beiden Rohstoffe aber auch sinnbildlich für die aktuellen Bedrohungen der gesamten Region. Der Kaffeeanbau wird durch den Preisverfall am Markt, die Auslaugung der Böden und die Einflüsse des Klimawandels immer unrentabler. Und mit dem Kupferbergbau im großen Stil geht die Kontamination des von Minenabwässern unmittelbar betroffenen Río Atrato einher.

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte in der Gegend sind Mais, Zuckerrohr, Kaffee, Bananen und Zwiebel. Viehzucht mit Kühen und Schweine, sowie Fischzucht bilden ebenso für einige Kleinbauern die Lebensgrundlage.

Geografisch betrachtet zieht sich das Gemeindegebiet von El Carmen de Atrato vom tropischen Tiefland in 400 m Seehöhe über die Westhänge der Cordillera Occidental bis auf über 3500 m empor. Die wichtigsten Vegetationszonen sind der subandine und der andiner Regenwald. Mit dem fast 4.000 ha großen Naturreservat „Las Tángaras” befindet sich ein wichtiges Schutzgebiet für die außergewöhnlich reiche Biodiversität der Region in unmittelbarer Nähe zum Ortszentrum.

Allgemeine Daten
Einwohner: 11.849 (davon ca. 5.200 im Hauptort)
Fläche: 1.017 km² (davon 7 km² Siedlungsgebiet)
Seehöhe: 1.700m (Ortszentrum)
Karte

Quellen:
Gemeinde El Carmen de Atrato


letzte Aktualisierung: 04.05.2015

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