Der Klimawandel macht auch vor den Alpen nicht Halt. In Tirol ist die durchschnittliche Temperatur seit Beginn der Industrialisierung bereits um rund 3 Grad Celsius gestiegen – deutlich stärker als im globalen Durchschnitt. Besonders auffällig:
Diese Entwicklung belastet nicht nur die Natur, sondern auch unsere Gesundheit, die Infrastruktur und die Arbeitswelt.
Hohe Temperaturen sind kein harmloses Sommerphänomen. Sie können zu Dehydrierung, Kreislaufproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafmangel führen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke und Menschen, die im Freien oder in aufgeheizten Räumen arbeiten.
Aber auch die soziale Komponente spielt eine Rolle – so können sich finanziell schwächere Haushalte oft keinen effektiven Hitzeschutz wie Außenrollos oder Klimaanlagen leisten. Über bauliche Maßnahmen, wie eine gute Wärmeisolierung, entscheiden die Vermieter:innen, die häufig nicht selbst unter den Hitze leiden.
Ausreichend trinken: Regelmäßiges Trinken von Wasser hilft, den Flüssigkeitshaushalt stabil zu halten. Besonders ältere Menschen und Kinder benötigen bei hohen Temperaturen ausreichend Flüssigkeit.
Wohnräume kühl halten: Frühmorgendliches und abendliches Lüften sowie geschlossene Fenster, Rollläden oder Vorhänge während der heißesten Stunden helfen, die Raumtemperatur niedrig zu halten.
Direkte Sonne vermeiden: Körperliche Anstrengungen sollten möglichst in die kühleren Tageszeiten verlegt werden. Schattenplätze und kühlere Aufenthaltsorte bieten Entlastung an heißen Tagen.
Für Abkühlung sorgen: Leichte Kleidung, ein feuchtes Tuch im Nacken oder ein lauwarmes Fußbad können dabei helfen, den Körper zu entlasten.
Aufeinander achten: Besonders ältere Menschen, alleinlebende Personen, Kinder und gesundheitlich belastete Menschen können bei Hitze Unterstützung benötigen. Nachbarschaftliche Hilfe kann hier einen wichtigen Beitrag leisten.
Langfristig braucht es mehr als individuelle Maßnahmen. Gemeinden, Betriebe und Organisationen spielen eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die Hitzebelastung zu reduzieren. Eine besondere Rolle spielt dabei die Entsiegelung von Flächen mit gleichzeitiger Begrünung – denn grüne Plätze, Höfe und Fassaden lassen die Umgebungstemperatur durch Verdunstung merkbar sinken.
Schattige, konsumfreie Aufenthaltsräume und Trinkwasserstellen bieten Raum für kostenlose Abkühlung an heißen Tagen, auch für sozial schwächere Bevölkerungsgruppen. Betriebe, Schulen und öffentliche Einrichtungen sollten sich mit Hitzeschutzplänen auf übermäßige Belastung im Sommer vorbereiten.
„Hitzeschutz ist kein Luxus, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe für unsere Gemeinden, Betriebe und Bildungseinrichtungen. Gerade im alpinen Raum müssen wir heute die richtigen Maßnahmen setzen, damit Lebensqualität und Gesundheit auch in Zukunft gesichert bleiben“,
betont Patricia Erler, Klimaberaterin bei Klimabündnis Tirol und Projektleiterin des EU-Projekts für Klimaanpassung MountResilience.
Genau hier setzt das Klimabündnis Tirol an. Das Klimaschutznetzwerk begleitet Gemeinden, Betriebe und Bildungseinrichtungen auf dem Weg zu besseren Hitzeschutz-Lösungen und klimaangepasster Planung. Im Rahmen des EU-Projekts MountResilience bietet das Klimabündnis ein umfassendes Unterstützungsangebot für Gemeinden und Betriebe an, um sich gezielt an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen.
Die Angebote reichen von individueller Beratung zu Klimaanpassung und Hitzeschutz bis hin zu Workshops und Schulungen für Verwaltung, Betriebe und Mitarbeitende und Unterstützung bei der Entwicklung von Maßnahmen und Strategien.
Ob Dorfplatz, Firmenareal oder Schulgebäude – gemeinsam mit Klimabündnis Tirol können Lösungen gefunden werden, die nachhaltig kühlen und gleichzeitig das Klima schützen.
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